Obenkurz

 Home

 Bibliographie

 Schreibtisch

 Der Autor

 News/Archiv

 Gastautoren

 Links

 Impressum

Kurznews

Termine

+++++++++++ Classic Days
31.07.09 Schloss Dyck
+++++++++++
Offenes Wohn-zimmer
02.10.09
Mg
+++++++++++

------------

Presse- stimmen

------------

Aktueller

Newsletter

Newsletter

03/2009

verschickt!

------------

Gästebuch

Gästebuch2

------------

Diese Seite weiter empfehlen!

 

Felis Vigor

Unheimlich ruhte der verwüstete Forst in der Nacht. Verkohlte Baumstümpfe ragten düster empor. Der Waldboden, schwarz wie die Finsternis selbst, roch nach Asche, nach verbranntem Holz und nach Tod.
Eine bizarre Erscheinung leuchtete am Firmament: Der große rote Mond stand exakt hinter dem kleineren weißen Mond. Ein roter Kreis zog sich umden weißen Mond herum. Beide Monde strahlten in voller Größe und schienen auf ein am Boden liegendes Wesen.
Vor Schmerz ächzend, atmete es aufgebracht. Vierzehn leuchtende rote Mondsteine lähmten das nackte, abgemagerte Geschöpf. Nur Fetzen einer zerschlissenen Hose bedeckten seinen blutverschmierten Körper. Plötzlich tauchte aus dem Schatten der Dunkelheit ein kräftiger Mann auf. Er trug einen roten Anzug und rote Stiefel. Seine buschigen Augenbrauen und seine große Nase wirkten furchterregend.
Geheimnisvoll glänzten seine hellbraunen Augen.
„Eine äußerst denkwürdige Nacht, mein lieber Nurel! Du wirst leider heute auf die Mondsteine verzichten müssen, ich benötige sie für einen ganz besonderen Schüler.“ Der Mann im roten Anzug fesselte einen Strick um das linke Handgelenk von Nurel. Das andere Ende des Seils befestigte er an einem dicken Baumstumpf. Als er das rechte Handgelenk ergriff, zuckten sacht die Finger des Opfers.
„Du wirst doch keinen Widerstand leisten?“ Auch das rechte Handgelenk wurde vom Rumpf gestreckt und an einem Stamm befestigt. Die Fußgelenke knotete der Mann fest zusammen.
„So wird es unterhaltsamer für dich!“ Er band ein Tuch über die Augen seines Opfers. Schließlich sammelte er die roten Mondsteine in seine Tasche und verschwand in den Schatten der Nacht.
„… mein lieber Nurel!“, hatte der Mann ihn genannt. Nurel war sich nicht bewusst, wer dieser Mann war.
Er hatte keine Kenntnis darüber, wie er in diese Lage geraten war, und schon gar nicht, wer er selbst war.
Er hatte nur diesen Namen: Nurel.
Langsam ließen die Schmerzen nach, die seinen ganzen Körper plagten. Vorsichtig versuchte er sich zu bewegen. Entsetzliche Kälte überkam ihn, er begann zu zittern. Seine Arme waren so weit auseinander gebunden, dass es ihm nur unter Schmerzen möglich war, seinen Oberkörper zu bewegen.
Nurel hatte diesen Mann nicht gesehen. Diese Mondsteine hatten seinen ganzen Körper gelähmt, so dass er nicht fähig war, auch nur die Augenlider zu öffnen.
Was hatte er wohl verbrochen, dass man ihn so folterte? Die Fesseln an seinen Handgelenken waren eng zusammengeknotet. Verzweifelt versuchte er seine Hände frei zu bekommen. Er spürte die rauen Stricke, die ihm die Haut abscheuerten. So sehr er auch zerrte und zog, Nurel konnte sich nicht befreien.
Plötzlich zuckte der Gefangene zusammen. Sein Herz begann wild zu pochen. Er spürte eine weiche, große Pfote auf seiner Brust. Dann folgte eine zweite Pfote, die sich durch das Gewicht des Tieres tief in seinen Bauch drückte. Eine schnuppernde kalte Nase fuhr ihm über den Rumpf. Was mochte das für ein Getier sein? Für eine Katze waren die Tatzen zu groß und zu schwer, ein Wolf hatte keine weichen Pfoten.
Nurel sah seine letzte Stunde gekommen. Starr vor Angst wagte er kaum zu atmen. Eine raue Zunge schleckte ihm die Brust ab. Die Pfote erhob sich, um zu scharren, und riss mit den Krallen die Haut des Gefangenen auf. Erschrocken schrie Nurel schmerzvoll auf. Verängstigt jagte das Tier davon, wobei sich seine Krallen abermals in Bauch und Brust bohrten. Ein lauter Aufschrei
hallte durch die Nacht. Tapfer schluckte Nurel seinen Schmerz hinunter.

weiter zu Seite 2

zurück zu Gastautoren

Zeile
Newsletter
Abonnieren Sie meinen
kostenlosen Newsletter:

 

Aktuelle Besucherzahl


 

drachenkinder464x188

Mehr Infos gibt es hier.

Zeile
obenrechtsecke

Die Schatzinsel
-Hörbuch-

Die Schatzinsel

Geschichten eines Krieges
-Anthologie-

GeKCover

Trau nie einer Legende
-Hörspiel-

Traunie

Welt der Geschichten 3

wdg_3_fcover_360_small

Terracom 103

tc103

Ebook “Hauch der Finsternis”

HauchderFinsternisklein

Märchenbasar 2

Märchenbasar2

Welt der Geschichten 4

WeltderGeschichten4Cover

Kreaturen der Nacht

kreaturen_der_nachtrechts

neu bei
leserun.de !

Märchenbasar

maerchenbasarcoverrechts