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„So ein Mist!“, schimpfte Franzl. „Wohin ist der Kerl nur verschwunden? Wir müssen ihn finden, sonst ist Schneewittchen verloren.“ Er blätterte zurück, um zu sehen, wie weit die Wölfe vorgedrungen waren. Nur noch wenige Zentimeter trennten sie von Schneewittchen. In seiner Verzweiflung rief Franzl laut: „Drosselbart, komm heraus, du musst mir helfen!“ Kaum hatte er geendet, als sie Seiten des Buches in Bewegung gerieten und Drosselbart herauskletterte. „Um was geht es, mein Freund. Womit kann ich dir dienen?“ Dabei deutete er recht unbeholfen eine Verbeugung an.
„Lass den Blödsinn, Drosselbart. Beeil dich lieber, Schneewittchen ist in Gefahr. Die Wölfe aus ‚Rotkäppchen’ und aus dem Märchen mit den ‚Sieben Geißlein’ sind in die Geschichte geraten und wollen es fressen!“ Ganz aufgeregt schlug Franzl die Seite wieder auf. Doch Potzblitz, was war das? In diesem Moment legte sich eine dunkle Wolke über den Mond und das Zimmer lag in völliger Dunkelheit. Vor Schreck stieß Franzl einen spitzen Schrei aus und Stoffel bellte einmal laut auf. Dann folgte ein dumpfer Knall.
Es dauerte nur wenige Sekunden und das Mondlicht drang wieder in das Zimmer. Erleichtert atmete Franzl auf und sah sich suchend um. Wo war das Märchenbuch geblieben? Als sein Blick auf den Teppichboden fiel, entdeckte er das dicke Buch. Vor lauter Schreck hatte es Franzl fallen lassen, als es dunkel wurde. Das also war der Knall gewesen! Flink hob er es auf und öffnete die Seite mit Schneewittchen. Hatten es die Wölfe inzwischen gefressen? Aber nein. Drosselbart hatte es noch bevor der Mond hinter der Wolke verschwunden war geschafft, in die Geschichte zu schlüpfen. Nun stand er zwischen Schneewittchen und den gefräßigen Tieren. Auge in Auge mit den Wölfen. Franzl hielt den Atem an und beobachtete, was geschah. Die Raubtiere wurden unsicher. Sie knurrten laut, zogen sich aber zurück und verschwanden in ihren eigenen Geschichten, wie Franzl später feststellen konnte. Schneewittchen atmete erleichtert auf und bedankte sich bei Drosselbart für sein mutiges Eingreifen. Franzl bat es, sich auf die Suche der Sieben Zwerge zu machen, damit es von ihnen beschützt werden konnte.
Beim Durchblättern des Buches entdeckte der Junge sie endlich im Märchen von ‚Dornröschen, wo sie gemeinsam versuchten, die Rosenhecke, die das Schloss umrankt hatte, zu überwinden, um die Prinzessin zu befreien. Aber sie wurden nur von den Dornen zerkratzt, blieben aber sonst erfolglos. Murrend folgten sie der Aufforderung des Jungen, wieder in ihre Geschichte zu gehen, denn sie hatten so keine Chance mehr, zu Dornröschen zu gelangen.
Franzl war von dem vielen Hin- und Herblättern inzwischen müde geworden und konnte die Augen kaum noch offen halten. „Ich glaube, du schläfst jetzt erst einmal“, entschied Drosselbart, der nun wieder auf der Bettdecke saß. „Morgen ist auch noch ein Tag oder vielmehr eine Nacht. Da können wir uns um die anderen Märchenwesen kümmern.“ „Meinst du, ich könnte auch in so eine Geschichte schlüpfen und mir die Märchenwelt einmal von innen anschauen?“, fragte ihn Franzl. „Schauen wir mal, was wir tun können. Aber erst wenn der Mond wieder scheint“, gab der König zur Antwort und verwand zwischen den Buchseiten.
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